Informationen über Esperanto

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12 Fragen und Antworten zu Esperanto
Eine Information des Deutschen Esperanto-Bundes e.V.  und der Deutschen Esperanto-Jugend e.V.

  1. Mit wenigen Worten: Was ist Esperanto?
  2. Was muß man sich unter einer Plansprache vorstellen?
  3. Wieviele Plansprachen gibt es?
  4. Welche Konzepte stehen hinter unterschiedlichen Plansprachenprojekten?
  5. Wie entstand Esperanto?
  6. Wie sieht Esperanto aus?
  7. Was hat es mit der oft erwähnten leichten Erlernbarkeit des Esperanto auf sich?
  8. Ist Esperanto mit einer Ideologie verbunden, mit einer Religion oder Parteipolitik?
  9. Wird sich Esperanto einmal durchsetzen?
  10. Wieviele Menschen sprechen Esperanto, und wie nutzen sie es?
  11. Welche Geschichte und Organisationen hat die Esperanto-Bewegung?
  12. An wen kann ich mich mit weiteren Fragen wenden?
  1. Mit wenigen Worten: Was ist Esperanto?

    Das Esperanto ist eine internationale Plansprache, die seit über hundert Jahren angewendet wird. Eine vielseitige Esperanto-Welt erfreut sich an der Kultur und den Esperanto-Treffen und findet es gut, wie Menschen aus unterschiedlichen Ländern einander kennenlernen.
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  2. Was muß man sich unter einer Plansprache vorstellen?

    Ab und zu werden Plansprachen als "Kunstsprachen", "Hilfssprachen" oder "Weltsprachen" bezeichnet, ungeregelt und unklar, mißverständlich. Manchmal sind mit Kunstsprache nämlich auch genormte Literatursprachen (wie z.B. das Duden-Deutsch), manchmal mathematische Codes oder Computer-"Sprachen" gemeint. Auch das Englische oder das Spanische sind Weltsprachen oder werden als Hilfssprachen angewandt. Zudem haben diese Ausdrücke zum Teil einen negativen, abwertenden Klang. Der Terminologiewissenschaftler Eugen Wüster führte Anfang der dreißiger Jahre den Begriff Plansprache ein. Dabei handelt es sich um eine nach bestimmten Kriterien bewußt geschaffene Sprache zur Erleichterung der internationalen Kommunikation. Dieser Terminus hat sich mehr und mehr durchgesetzt.Die bewußte Einflußnahme auf eine Sprache ist übrigens verbreiteter als man glaubt. Um Beispiele zu nennen, muß man nicht bis zu Martin Luther zurückgehen, dessen Bedeutung für die deutsche Sprache bekannt ist. Aus jüngerer Zeit lassen sich in diesem Zusammenhang erwähnen: das Neuhebräische (Iwrith), das Neunorwegische (Nynorsk), die Bahasa Indonesia. Auch die Gebärdensprache hat mit Sprachplanung zu tun.
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  3. Wieviele Plansprachen gibt es?

    Der Interlinguistik, also der Wissenschaft, in deren Bereich die Plansprachen gehören, sind Erwähnungen von rund 950 verschiedenen Plansprachenprojekten bekannt.
    Mehrheitlich wurden sie in den letzten 120 Jahren vorgelegt, und auch weiterhin veröffentlicht man immer wieder neue (z.B. 1989 Unitario).Nur die wenigsten von ihnen waren oder wurden genauer ausgearbeitet, hoben sich durch neuartige Grundideen oder Lösungsansätze ab. Gerade einmal ein halbes Dutzend dieser Projekte wurde in der Praxis angewandt (Semiplansprachen). Von ihnen konnte sich nur das Esperanto zu einer beständigen Literatursprache entwickeln.
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  4. Welche Konzepte stehen hinter unterschiedlichen Plansprachenprojekten?

    Daß eine Plansprache "leicht erlernbar", "wohlklingend", "neutral" usw. sein soll, scheint selbstverständlich. Allerdings ist es schwierig, diese Kriterien eindeutig zu definieren. "Wohlklang" z.B. dürfte wohl immer subjektiv bleiben. Im folgenden die wichtigsten Richtungen der Plansprachenprojekte: Vereinfachungen alter und moderner Sprachen: Diese auch "Minimalsprachen" genannten Projekte versuchen, Schwierigkeiten ethnischer Sprachen zu mildern. Bezüglich der alten Sprachen hat wohl Latino sine flexione des italienischen Mathematikers Giuseppe Peano am meisten Erfolg gehabt. Ab 1930 veröffentlichte der Brite Charles Ogden seine Arbeiten über das Basic English (mit Originalaussprache und -schreibweise).Die Kritik an diesen modifizierten Ethnosprachen war stets groß: zum einen, weil die Vorgaben nicht zufriedenstellend erfüllt werden konnten, zweitens, weil auch der, der das Vorbild bereits beherrscht, erhebliche Mühen zum Umlernen aufwenden muß. Drittens ist eine Sprache wie Basic English natürlich nicht "neutral" und wird meist mit einem gewissen Nationalismus propagiert. Naturalistische Plansprachenprojekte: "Natürlich" bedeutet hier hauptsächlich "romanisch", "latinid". Die Vertreter dieser Richtung glaubten an eine zivilisatorische Überlegenheit der Europäer und lehnten sich darum ausdrücklich den romanischen Sprachen an.Diese naturalistischen Plansprachenprojekte bestechen anfangs durch ihre relativ leichte Verständlichkeit für den Außenstehenden; versucht man allerdings, die Sprache (ob nun Interlingua, Occidental-Interlingue, Romanid, Novial, Nov Latin, Universal-Glot u.v.m.) zu erlernen und selbst zu sprechen, so erweisen sich die naturalistischen Projekte als ähnlich schwer erlernbar wie nationale Sprachen. Schon bei der Aussprache des Interlingua gibt es Unregelmäßigkeiten.Trotzdem haben sich zwei dieser Plansprachenprojekte zur Semiplansprache entwickelt, wurden also im gewissen Umfang praktisch angewandt. Während Occidental-Interlingue mittlerweile kaum noch Sprecher hat, gibt es weiterhin eine kleine Interlingua-Gemeinschaft von 100-200 Personen (1994). Die autonomen Plansprachen: In dieser Gruppe befinden sich drei der bedeutendsten Projekte: das Volapük, dem früh ein gewisser Erfolg beschert war, Esperanto und ein Reformversuch des letzteren namens Ido. Autonom bedeutet, daß diese Sprachen ihr Wortmaterial nicht unbedingt willkürlich auswählen, aber letztlich die Regelmäßigkeit für wichtiger als die "Natürlichkeit" halten. Sie legitimieren sich somit nicht durch die Nachahmung schon bestehender Nationalsprachen.Volapük (1879) von J. M. Schleyer zeigt schon in seinem Namen eine extreme Autonomie: Vol kommt von dem englischen "world" und pük von "to speak", "Weltsprache" oder "Sprache der Welt" also. Zusammengesetzte Wörter lassen sich (u.a.) aufgrund der starken Verfremdung schwer durchschauen.Diese und viele weitere sprachlichen Mängel waren nicht der einzige Grund für den Niedergang des Volapük. Besonders Schleyers Verhalten - er sah die Sprache als sein persönliches Eigentum an - führte zu ständigen Spaltungen der Sprechergemeinschaft und zu Reformprojekten.
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  5. Wie entstand Esperanto?

    Der Warschauer Arzt und Humanist Dr. L. Zamenhof hingegen veröffentlichte seine Lingvo Internacia (unter dem Pseudonym "Esperanto") bewußt als Mnimalgrammatik mit Grundwortschatz. Von der Idee und dem Projekt Begeisterte antworteten Zamenhof positiv. Es entstanden Zeitschriften und Literatur, später auch unabhängige Institutionen wie z.B.: die Akademio de Esperanto, 1908 der Welt-Esperanto-Bund UEA, die Welt-Esperanto-Jugend TEJO 1938. So wurde aus dem Projekt eine lebendige Sprache.Die sprachpolitische Rolle des Initiators darf nicht unterschätzt werden. Zamenhof war sich von Anfang an bewußt, daß eine Sprache nicht alleiniges Produkt eines einzelnen sein kann. Er verzichtete auf Urheber- oder sonstige Rechte und schränkte den Sprecherkreis auch nicht auf Gebildete ein oder die Anwendungsmöglichkeiten auf nur sachliche, wissenschaftliche Gebiete. Das erscheint uns heutzutage selbstverständlich, war es damals aber für viele andere Projektautoren nicht.
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  6. Wie sieht Esperanto aus?

    Das Esperanto hat viele Merkmale, die man agglutinierend ("anklebend") nennt. Wie im Japanischen oder im Ungarischen werden die bedeutungstragenden Wortteile einfach an das Stammwort gehängt: dom- hat die Bedeutung "Haus". Mit einem angehängten -o wird ein Hauptwort daraus, also domo. Der Plural wird durch ein -j gebildet: domoj.
    So entstehen telefonoj oder au'tomobiloj ganz regelmäßig aus telefono bzw. au'tomobilo. Ebenso ist die übrige Grammatik aufgebaut. Esperanto kennt nur eine Deklination und nur eine Konjugation, ein grammatisches Geschlecht gibt es nicht. Der Hauptakzent liegt bei mehrsilbigen Wörtern stets auf der vorletzten Silbe, die Aussprache ist regelmäßig, internationale Wörter fügen sich in die Sprache ein: mikroprocesoro, aktiva, dialogo, septembro, kondomo... Eine Besonderheit des Esperanto sind die allgemein anwendbaren Affixe, Wortbildungssilben. Wieder ein Beispiel: legi heißt "lesen" (das -i am Ende steht für den Infinitiv). Leginda heißt "lesenswert". Inda bedeutet also soviel wie "wert", "würdig". Solche Affixe gibt es auch im Deutschen, allerdings nicht so vielfältig und regelmäßig verwendbar wie im Esperanto. Mit Hilfe solcher Vor- und Nachsilben lassen sich viele Begriffe bilden, die man sonst eigens lernen müßte.Dr. Detlev Blanke, Dozent für Esperantologie an der Humboldt-Universität:
    "Wortschöpfung, Morphologie, Lautsystem und Satzbau der Sprache Esperanto sind regelmäßig, was für die Erlernung und den Gebrauch wichtig ist. Dennoch sind sie nicht 'logisch', das ist wichtig für die Flexibilität der Sprache.
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  7. Was hat es mit der oft erwähnten leichten Erlernbarkeit des Esperanto auf sich?

    Es gibt keine allgemeingültigen Kriterien, nach denen sich die Leichtigkeit einer Sprache absolut feststellen ließe. Esperantosprecher nennen oft Vergleiche wie "Esperanto ist fünf- bis fünfzehnmal schneller erlernbar als andere Sprachen", was so zu stark vereinfacht ist. Es stellt sich immer die Frage "für wen", "unter welchen Umständen", "auf welchem Niveau" usw.Sprachwissenschaftler konnten u.a. in Schulversuchen eine relative leichte Erlernbarkeit des Esperanto nachweisen: Schon 1933 erschien ein Bericht der IALA (Internationale Hilfssprachen-Vereinigung), die sich eine neutrale und unabhängige Erforschung der Plansprachenproblematik zur Aufgabe gemacht hatte.Darin beschreibt sie die Erfahrungen aus sieben Jahren Tests an amerikanischen Schulen: "Ein Durchschnittsabiturient wird nach 20 Unterrichtsstunden in der Lage sein, gesprochenes und geschriebenes Esperanto besser zu verstehen als Französisch oder Deutsch oder Italienisch oder Spanisch nach 100 Stunden. 40 Stunden Unterricht und Übung werden einen Schüler der 7. oder 8. Klasse in die Lage versetzen, Esperanto zu verstehen und anzuwenden wie Französisch oder Deutsch nach 200 Stunden... Fünf Stunden auf das Deutsche verbracht würden fast nichts ergeben, während fünf Stunden für Esperanto ein gutes Verständnis für Verbformen oder Pronomen verschaffen können oder eine Vorstellung von der Grammatik als ganzes..." Der Interlinguist Prof. István Szerdahelyi stellte fest, daß ungarische Schüler nur 30% eines festgesetzten Lernzieles im Russischen erreichten. Beim entsprechenden Lernstoff im Deutschen waren es 40%, beim Englischen wurden 60% erzielt, beim Esperanto 130%.Prof. Viktor Falkenhahn (Berlin) dagegen hat sich überlegt, eine absolute Lernschwierigkeit des Deutschen und des Esperanto am Beispiel der Deklination und der Konjugation zu vergleichen, indem er für jede einzelne einzuprägende Information eine Lerneinheit setzt.
    Die Deklination von je drei untersuchten deutschen Substantiven und Adjektiven erfordert 89 Lerneinheiten, die der entsprechenden Esperanto-Wörter 12. Die gesamte Deklination des deutschen Nomens benötigt Falkenhahn zufolge ca. 200 Lerneinheiten, für Esperanto bleiben es 12.
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  8. Ist Esperanto mit einer Ideologie verbunden, mit einer Religion oder Parteipolitik?

    Auf dem 1. Esperanto-Weltkongreß 1905 kam man zu folgender Übereinkunft: "Esperantist ist jeder, der die Sprache Esperanto beherrscht und gebraucht, ganz gleich, für welche Zwecke er sie nutzt." Weiter wurde erneut bestätigt, daß Esperanto "niemandes Eigentum" ist. Der Sprachgründer Zamenhof (1859-1917) wuchs in Bialystok im damals zaristischen Rußland auf. Die Feindschaft zwischen den einzelnen Volksgruppen (Juden, Polen, Russen, Deutsche, Weißrussen) brachte Zamenhof schon als Jugendlichen auf die Idee einer neutralen Sprache, die "die Menschheit brüderlich einen" würde. Später verband er mit Esperanto "Brüderlichkeit und Gerechtigkeit zwischen allen Völkern". Neben den praktischen Anwendungsmöglichkeiten der Sprache fasziniert die Idee der Völkerverständigung viele Esperantosprecher. Der Deutsche Esperanto-Bund und die Deutsche Esperanto-Jugend bekennen sich ausdrücklich zu parteipolitischer Neutralität sowie weltanschaulicher Toleranz, behalten sich aber vor, für ihre Werte aktiv und selbstbewußt einzutreten (z.B. beim Thema Ausländerfeindlichkeit).
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  9. Wird sich Esperanto einmal "durchsetzen"?

    Manche Esperantosprecher halten es für wünschenswert, daß irgendwann einmal Esperanto von allen Menschen gesprochen wird, auch wenn man sich der Utopie bewußt ist. Im Alltag spielt diese Vorstellung weniger eine Rolle, da Esperanto schon seit langem weltweit lebendige Realität ist.Besonders Jugendliche sehen die "Esperanto-Welt" als eine offene Kulturgemeinschaft, in der es zu praktischer Völkerverständigung kommt. Als solche werden die Esperanto-Verbände auch in vielen Ländern anerkannt. Die Deutsche Esperanto-Jugend beispielsweise wird durch das Bundesjugendministerium gefördert. Die UNESCO hat 1954 mit einer Resolution die Leistungen der Esperanto-Bewegung anerkannt, im Weltschriftstellerverband PEN gibt es seit 1993 eine Esperantoabteilung. Welt-Esperanto-Kongresse stehen fast immer unter der Schirmherrschaft des jeweiligen Staatsoberhauptes. Es gibt viele Arten der internationalen Kommunikation. Eine unter anderen ist Esperanto. Die Esperantosprachigen haben es ausprobiert und halten diese Sprache für besonders empfehlenswert.
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  10. Wieviele Menschen sprechen Esperanto und wie nutzen sie es?

    Die erste Frage kann niemand beantworten. Es dürfte unmöglich sein, annähernd sämtliche Esperantosprecher mit einer Zählung zu erreichen. Dazu ist die Sprechergemeinschaft zu wenig organisiert. In Nachschlagewerken wird ofte eine Zahl um die drei Millionen genannt. Ähnlich schwierig wäre es, alle Schachspieler auf der Welt zu zählen. Die wenigsten sind Mitglieder in Vereinen.Es gibt eine Vielzahl von Esperanto-Zeitschriften, die sich mit der Esperanto-Bewegung, mit aktuellen Ereignissen aus Politik, Gesellschaft und Kultur oder mit Fachgebieten beschäftigen. Dazu kommt eine umfangreiche Literatur von ungefähr 40.000 Titeln auf Esperanto. Zu einer Originalliteratur von Esperanto-Schriftstellern aus der ganzen Welt gesellen sich Übersetzungen von der Bibel über Schiller und Kishon bis Asterix und Obelix. Radiosendungen kommen u.a. aus Österreich, China und Brasilien.Auch Brieffreundschaften tragen zur aktiven Völkerverständigung in Esperanto bei. Die größte alljährliche Veranstaltung ist der Welt-Esperanto-Kongreß, der jedesmal in einem anderen Land stattfindet. Die Welt-Esperanto-Jugend veranstaltet den Internationalen Jugendweltkongreß. Jedes Jahr kommen übrigens ca. 300 Jugendliche aus über 30 Ländern in die Bundesrepublik zur Internationalen Woche der Deutschen Esperanto-Jugend, die Theateraufführungen, Vorträge, Diskussionen und Konzerte bietet. Beinahe jeden Tag gibt es irgendwo in der Welt ein Esperantotreffen.
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  11. Welche Geschichte und Organisationen hat die Esperanto-Bewegung?

    Die ersten Esperantofreunde waren Intellektuelle in Rußland, die mit Esperanto humanistische Ideen verbanden, und Franzosen, die den praktischen Gebrauch hervorhoben. Weiter faßte die Esperanto-Bewegung früh Fuß u.a. in Deutschland, Schweden, Japan, in der Donaumonarchie, China, Brasilien. 1907/08 gründete der Schweizer Hector Hodler den Allgemeinen Esperanto-Weltbund (Universala Esperanto-Asocio, UEA). Bis 1914 gab es bereits in fast allen Teilen der Welt Esperantosprecher. Nach dem Krieg wiedererstarkte die Bewegung schnell. 1921 gründete Eugen Lanti den Arbeiter-Esperanto-Weltbund (SAT) gegenüber dem seiner Meinung nach zu neutralen UEA. Auch die deutschen Arbeiter-Esperantisten gründeten eine eigene Vereinigung. Nach Hitlers Machtergreifung wurden Esperanto-Vereinigungen der Arbeiter sofort verboten, später auch alle anderen. (Auch in der Sowjetunion während und nach den Stalinschen "Säuberungen" wurden Esperantosprecher verfolgt.)1945 war die Esperanto-Gemeinschaft deutlich geschwächt, viele Esperantisten waren im KZ umgekommen. Dennoch konnten die Esperantovereinigungen wieder rasche Zuwächse verzeichnen. Besonders seit der zweiten Hälfte der siebziger Jahre nimmt die Zahl der Esperantosprechenden zu. Im Ostblock schwankte die Lage der Esperantosprecher zwischen Unterdrückung, Duldung und staatlicher Förderung. Z.B. in Ungarn, Bulgarien und Polen konnte wieder eine bedeutende Esperanto-Landschaft entstehen. Erst 1989 durfte die wiedergegründete Soveta Esperanto-Unio sich dem UEA anschließen. Heute sind die großen Schwierigkeiten der Esperantofreunde in Mittel- und Osteuropa eher wirtschaftlicher Natur. Auch Chinesen tragen seit ca. 1900 (mit Unterbrechungen während der japanischen Besatzung, des Bürgerkrieges und der Kulturrevolution) bedeutend zur Esperanto-Welt bei. Seit den 50-er und 60-er Jahren sind vermehrt Esperanto-Vereinigungne in der sogenannten Dritten Welt entstanden; seit Anfang der 80er Jahre wächst die Zahl der Esperantosprecher in Afrika und Südostasien, ebenso in Iran und Pakistan. Von den Esperanto-Fachverbänden sind u.a. zu erwähnen: Ärzte, Blinde, Computerbenutzer, Eisenbahner, Lehrer, Lesben und Schwule, Mathematiker, Naturfreunde, Philatelisten, Radfahrer, Rockmusiker, Sozialisten. Es gibt auch religiöse und politische Gruppen, z.B. Grüne, Protestanten, Moslems, Sozialisten, Katholiken. Der Deutsche Esperanto-Bund besteht seit 1906, wurde dreißig Jahre später verboten, wiedergegründet 1947 und vereinigte sich 1991 mit dem vormaligen Esperanto-Verband der DDR. Seit 1951 gibt es die Deutsche Esperanto-Jugend.
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  12. An wen kann ich mich mit weiteren Fragen wenden?

    Wenn Sie weitere Fragen zu Esperanto haben, dann nehmen Sie doch bitte mit uns Kontakt auf:
    Deutscher Esperanto-Bund
    Immentalstraße 3
    D-79104 Freiburg
    Tel. (0 761) 28 92 99
    Email: gea@esperanto.de

    Deutsche Esperanto-Jugend
    Grellstraße 36
    D-10409 Berlin
    Email: bero@esperanto.de
    Tel.: (0 30) 42 85 78 99
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Eine kleine Literaturauswahl:


Wissenschaftliche Darstellungen: Lehrmittel: Esperanto-Bücherdienste (Auswahl): Sonstiges: Einige Informationsmaterialien: