Geschichte
 der Esperanto-Gruppe Bremen
 Historio de la Esperanto-Grupo Bremen
In der Zeitschrift "Esperantista Societaro" (Ausgabe vom Dez. 1906) wird erstmalig die Existenz einer Bremer Esperanto-Gruppe erwähnt. Dies war übrigens nur wenige Monate nach Gründung der "Germana Esperanto-Societo" in Braunschweig (Mai 1906).

Esperanto erlebte in Deutschland in den Jahren 1907/08, insbesondere nach dem 4. Weltkongress in Dresden, einen rasanten Aufschwung.

Trotz der Einbrüche und Verwerfungen, die der erste Weltkrieg auslöste, stabilisierte sich die Bremer Gruppe bald wieder. Im Jahre 1919 wurden die ersten Sprachkurse gegeben. Die zwanziger Jahre zeichneten sich durch ein lebendiges Gruppenleben aus.

1924 erschien erstmals der "Lumturo" (Leuchtturm) als eigene Gruppenzeitung.

Mitte der zwanziger Jahre erlebte Esperanto in Deutschland eine besondere Blütezeit, es wurden sogar Kurse über das damals noch relativ junge Medium Rundfunk abgestrahlt.

Mit dem Aufkommen der Nazi-Diktatur kam das Gruppenleben zu einem jähen Erliegen. Archive, Kassenbücher und Dokumente jeder Art mussten der "Gestapo" im Oktober 1936 übergeben werden.

Nach dem zweiten Weltkrieg wuchs aber schnell wieder der Wunsch nach einer Wiederbelebung des Esperanto in Bremen und der Herstellung von internationalen Kontakten. Im März 1946 erschienen in Bremer Tageszeitungen Aufrufe zur Wiedergründung der Esperanto-Gruppe. Immerhin: 110 Interessenten meldeten sich!

Im Juni 1947 wurde eine eigene Jugendgruppe gegründet, auch im Rahmen des CVJM gab es Esperanto-Aktivitäten. Schließlich erschien 1950 der erste "Informilo", so heißt die offizielle Info-Zeitung der Gruppe auch noch heute, mit dem Unterschied, dass sie damals wöchentlich, heute jeodch vierteljährlich erscheint.

Da es einen erheblichen Nachholbedarf gab, konnte Esperanto erfolgreich in verschiedenen Kursen an Schulen angeboten werden. Das Gruppenleben war sehr rege, wöchentliche Treffen mit 20 - 30 Teilnehmern waren keine Seltenheit. Aus den fünfziger Jahren resultierten auch die bis heute bestehenden und über Jahre gewachsenen Kontakte zu den Esperanto-Gruppen in Karlskoga (Schweden) sowie Groningen und Leeuwarden (Niederlande). 1955 war insofern ein kritisches Jahr für die Gruppe, weil auch in Bremen die Abspaltung der Gruppierung "Sennacieca Asocio Tutmonda" (SAT) vom "Mainstream" (GEA, UEA) für Irritationen und Mitgliederverluste sorgte.

In den sechziger Jahren konnte verlorenes Terrain wiedergewonnen werden und das Gruppenleben in vielfätiger Weise reaktiviert werden. Immer wieder lud Bremen als bedeutender Begegnungsort ein: Im Oktober 1978 erschienen mehr als 200 Teilnehmer anläßlich der Jahresversammlung der Norddeutschen Esperanto-Liga.

Das 75-jährige Jubiläum war für die Esperanto-Bewegung in Bremen ein besonderer Höhepunkt.

Aufgrund zahlreicher interessanter internationaler Begegnungen (Gäste aus Tadschikistan, Argentinien, Jugoslawien, um nur wahllos einzelne Länder zu nennen), aufgrund der Besuche ausländischer Künstler, der erheblichen Reiseaktivitäten eigener Mitglieder zu internationalen Veranstaltungen (Präsentationen und Lichtbildervorträge) hätte das Echo bezüglich Esperanto in der Hansestadt eigentlich größer sein können! - Vielleicht schafft hier die Darstellung der Bremer Gruppe im Internet Abhilfe!

Einige Höhepunkte des Gruppenlebens in Bremen seien abschließend noch kurz herausgegriffen:

1990/91 - Gegenseitige Besuche der Gruppe mit der Esperanto-Gruppe der Partnerstadt Rostock.

1993 - Herausgabe des "Fervoja Terminaro" (einem synoptischen Eisenbahner-Fachwörterbuch mit Esperanto als Schlüsselsprache), bei dessen Redaktion Hans-Dieter Hartig maßgeblich mitgewirkt hatte.

Vortrag von Axel Knapp und Hellmut Grebe bei einem Linguistischen Kolloquium in der Uni Bremen über "Sozio-kulturelle Aspekte der Sprache Esperanto".

Jahresversammlungen der Deutschen Eisenbahner-Esperantisten fanden 1989 in Verden und 1996 in Bremen statt.

Seit 1987 wurde das Layout des "Informilo" immer wieder modernisiert, aktualisiert und grafisch ansprechend gestaltet. Der Einsatz eines PC machte dies möglich.

Bremen@esperanto.de 2004-04-02

Esperanto-Gruppe Bremen